Hauskirchen in Deutschland

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Natürliche Gemeindeentwicklung – eine andere Art, über Wachstum nachzudenken

 

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Quo vadis Hauskirche?

Die erste Aufregung zum Thema Hauskirchen liegt hinter uns. Viele haben das Buch „Häuser, die die Welt verändern“ gelesen. Die einen empfanden es als Offenbarung, andere fühlten sich in ihren Bemühungen herabgesetzt. Viele Diskussionen in Hauskreisen, Gemeindeversammlungen und in persönlichen Gesprächen waren die Folge. „Warum genügt uns /euch Gemeinde, so wie sie ist, nicht mehr? Wohin führt denn das, wenn jeder seine Hausgemeinde gründet? Hauskirche und Hauskreis, ist das nicht dasselbe?......“ Die Liste der erörterten Fragen ist lang.

Dort, wo ihre Begeisterung kein Echo fand, haben sich Christen auf den Weg gemacht, heraus aus ihrer Gemeinde. Diesem Entschluss ging oft ein schmerzlicher Prozess voraus. Es wurden Fehler gemacht, auf beiden Seiten. Immer blieben auch Freunde zurück, die diesen Schritt so nicht nachvollziehen konnten.

Doch nach vielen Auf- und Ab`s ist man endlich gestartete, fand Gleichgesinnte, versuchte sich zu sammeln, Verletzungen zu überwinden und nach vorn zu schauen. Man war aufgebrochen, das Neue, noch nicht Verinnerlichte auszufüllen, mit unterschiedlichen Erfahrungen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann treffen sie sich auch noch im nächsten Jahr, könnte die Geschichte enden.

 

Leider ist dies kein Happy End, sondern eine Sackgasse. Weil der Hauskirchen-Gedanke für manche so revolutionär, weil die Geburt für einige so schmerzhaft war, richtete sich das ganze Augenmerk auf die Gestaltung der Hauskirche und das Überwinden von Altlasten. Hauskirchliche Grundgedanken, wie Vertrautheit, Lebensverankerung, flache Struktur, ... trafen auf ein Defizit, dass diese neue Form wie ein trockener Schwamm aufsog.  Hauskirche-sein wurde zur Vision. Lebensteilung einzuüben und die Treffen authentisch zu gestalten, nahm unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Um nicht missverstanden zu werden, das ist nicht falsch, aber nur ein Teil des Ganzen.

 

Die Vision ist entscheidend

Denn, Hauskirche sein – wozu, mit welchem Ziel ist die entscheidende Frage. Als Hauskirche zu leben ist nicht die Vision, sondern ein Weg, eine Organisationsform, um eine Vision zu erreichen. Diese weiterführende Vision, oder sollte ich sagen Mission ist die Basis die trägt, auch wenn Meinungsverschiedenheiten auftreten.

Es geht also nicht um eine neue Form von Sammlung, sondern um Sendung! Wachstum und Multiplikation werden nicht nur positiv bewertet, sondern sind zwangsläufige Folge einer inneren Erneuerung. Die explosive Kraft liegt in der Mischung aus radikaler Hingabe an Gott und hausgemeindlicher Lebensform. Deshalb müssen wir umkehren und (wieder neu) unser ganzes Leben, und nicht nur „den zehnten Teil“ davon, Gott zur Verfügung stellen. Wir müssen lernen  stille zu werden und uns von IHM zeigen zu lassen, was SEIN Plan für die Stadt, das Dorf, die Straße ist, in der wir leben. Gott hat für jeden von uns eine Herausforderung. Sind wir bereit, sie anzunehmen? „Die Ernte ist groß.“ Glauben wir das noch?

 

Zum Herzschlag des Vaters zurückkehren

Es wird Zeit, dass wir zu unserem VATER zurückkehren und uns seinen Herzschlag und seine Art die Menschen zu sehen neu schenken lassen. Er wartet darauf uns unseren Beitrag, in einem Netzwerk zu zeigen, das so unterschiedlich und funktional ist wie unser Körper.

Wenn wir dann beginnen das Potential, dass wir als Hauskirche auf uns vereinen, mit den Menschen um uns herum zu teilen, damit sie Hoffnung schöpfen und heil werden und das was geschieht gar nicht für sich behalten können, dann werden wir zum „Stein des Anstoßes“, der eine Lawine nach sich zieht.

 

Fazit

Wenn wir uns auf Weg machen, Hauskirche zu sein – ohne uns von Gott eine Aufgabe aufs Herz legen zu lassen, stehen wir in der Gefahr, stecken zu bleiben. Die Auseinandersetzung was aufgrund von einschlägigen Gemeindeerfahrungen erhalten und was vermieden werden sollten, die Freude darüber, sich endlich zu haben, kann uns eine ganze Zeit lang beschäftigen. Irgendwann wird sie aber einen schalen Geschmack bekommen.

Eine Mission zu verfolgen, ohne die Lebensteilung, wie z.B. eine Hauskirche sie anstrebt, droht in Aktionismus ohne Lebensbezug abzukippen. Den Glaubenden und Interessierten fehlt ein Zuhause.

Eine Hauskirche die keine Mission hat, ist auf sich selbst bezogen. Im besten Fall bleibt sie  für lange Zeit ein geschütztes geistliches Zuhause, im schlechtesten zerbricht sie am Überdruss an einander. Aus geistlicher Sicht gibt es keinen „besseren“ Fall.

Es ist keine Schande festzustellen, dass wir als Hauskirche noch ohne einen speziellen Auftrag von unserem VATER unterwegs sind. Wichtig ist es aber sich dann in SEINE Arme zu begeben.

Gehen wir also auf die Knie und legen das gewaltige Potential aller House-church-people auf Gottes Altar! Laufen wir mit offenen Augen durch unsere Umgebung! Wir sind Jesu Mund , seine Augen, seine Hände auf dieser Welt. Lassen wir uns von IHM durch die Phase der Schwangerschaft und Geburt unserer Mission leiten!

Nur Mut! Da sich Hauskirchen (nach Wolfgang Simson) eher „wie Hasen vermehren“, spricht das nicht für eine jahrelange Schwangerschaft. :) Suchen wir also gespannt nach unserem Platz in Gottes großer Ernte!

 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben und sterbe sie noch heute für ihren Auftrag.

Wäre das nicht ein Happy End?

 

Auf alle Diskussion und Beiträge zu diesem Artikel freuen wir uns. Im Hauskirchen-Forum können diese weitergegeben werden. 

 

Sabine Schippers (Gießen)